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Doctoren-Collegiums-Bibliothek

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Doctoren-Collegiums-Bibliothek

Die Bibliothek des ehemaligen „Doctoren-Collegiums“

Die Geschichte des „Doctoren-Collegiums“ geht bis zur Gründung der Medizinischen Fakultät Wien im Jahr 1365 zurück und dauerte bis zur Liquidierung des Collegiums nach dem „Anschluss“ im März 1938 an. Das Collegium bestand als eine gemeinsame übergreifende Standesorganisation der an der Universität Lehrenden und den Universitätsabsolventen und gilt als Vorläufer der heutigen Ärztekammer. Infolge der Phase der „1848er-Revolution“ kam es am 27. September 1849 zu einer Trennung zwischen einem Professoren– und einem Doctoren-Collegium und damit erstmalig zu einer Aufhebung dieser korporativen Einheit zwischen Universitätsangehörigen, die sich ab nun ihren Autonomiebestrebungen zufolge in einem eigenen Professoren-Collegium zusammenschlossen. Zur endgültigen Aufhebung der Einheit des Lehrkörpers an der Universität und den außerhalb der Universität praktizierenden Ärzten kam es durch einen Gesetzesbeschluss im Jahre 1873 in dessen Rahmen der Neuorganisation der Gremien und der inneren Strukturen der Universitäten (RGBl. Nr. 63 vom 27. April 1873 betreffend die Organisation der Universitätsbehörden), das „Doctoren-Collegium“ vollständig von der Universität getrennt und ausgeschieden wurde.

Das endgültige Ende des „Doctoren-Collegium“ erfolgte nach dem „Anschluss“ im März 1938. Nach der Bestellung eines „kommissarischen Leiters“ im März 1938 und den Versuchen von Wiener Ärzten das Collegium weiterzuführen wurde mit der Verfügung des Statthalterkommissars vom 16. Dezember 1938 das „Doctoren-Collegium“ liquidiert und dessen Vermögen der Reichsärztekammer in Berlin zur „treuhänderischen Verwaltung“ übergeben.

Die Bibliothek des „Doctoren-Collegium“ wurde erst im Oktober 1939 aufgelöst und von ihrem Standort im Josephinum entfernt und der Reichsärztekammer Wien übergeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Zuge von Restaurierungsarbeiten am Dachboden des Van Swieten-Hofes in der Rotenturmstrasse 19 (Wien I), dem Sitz der „Witwen und Waisen-Societät des Wiener medizinischen Doctoren-Collegiums”, die hier gelagerte Bibliothek aufgefunden und 1970 von der Ärztekammer Wien dem Institut für Geschichte der Medizin übergeben. Die Bibliothek des ehemaligen „Doctoren-Collegiums“ umfasst zirka 4.000 Bände, darunter auch „alte Buchbestände der Witwen- und Waisensozietät“ (Drucke aus dem 16. Jh.), die während des Zweiten Weltkrieges am Dachboden des Van-Swieten-Hofes vermauert worden waren. Die Bibliothek umfasst inhaltlich die Schwerpunkte medizinische und pharmazeutische Literatur aus dem 18. und 19. Jahrhundert, u.a. Dissertationen zu botanischen Themen.