Skip to main content Deutsch

Antiquariat Philipp Suschitzky/Adele Suschitzky

Sorry, this content is only available in German!

Antiquariat Philipp Suschitzky/Adele Suschitzky, Wien X

Philipp Suschitzky wurde am 14. Februar 1876 in Wien geboren. Er war gelernter Buchhändler. Gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm (1877-1934) gründete er im Herbst 1901 in Wien X, Favoritenstraße 57, eine „Sortiments- und Antiquariatsbuchhandlung (mit angeschlossener Leihbibliothek)“, die 1911/12 durch die Gründung des „Anzengruber-Verlag Brüder Suschitzky“ erweitert worden war. Mit beiden Unternehmungen verbanden beide Brüder ihr kulturpolitisches Engagement im Umfeld der Sozialdemokratischen Partei Österreichs. In ihrem Verlagsprogramm wurden unter anderem pazifistisch-sozialistische Schriften, Bücher zur Frauenfrage, Freidenkertum, Sozial- und Sexualreform u.a. veröffentlicht. Bereits Ende der 1920er Jahre kam die Buchhandlung und deren Eigentümer aufgrund ihres Verlags- und Sortimentsprogrammes in den Brennpunkt der politischen-öffentlichen Auseinandersetzung und wurde vor allem in der Phase der Demokratiezerstörung der Jahre 1933/34 und danach zum Objekt beträchtlicher polizeilicher Repressalien (Hausdurchsuchungen, Buchkonfiskationen und anhängige Gerichtsverfahren).

Phillip Suschitzky floh mit seiner Frau 1938 nach Frankreich, von wo sie beide gemeinsam im September 1942 aus Drancy/Frankreich nach Auschwitz deportiert und ermordet wurden. Im Oktober 1938 kam es zur Schließung der Buchhandlung und des Verlages, da an einer Weiterführung dieses politisch brisanten Unternehmens seitens der Nationalsozialisten kein Interesse bestand. Das Bücherwarenlager wurde Anfang März 1939 in die Auktionshallen des Handelsgerichtes Wien überführt und dort veräußert. Das Buch kam durch den Abverkauf des Bücherwarenlagers durch das Handelsgericht Wien in den Antiquariatshandel und wurde vom Institut für Geschichte der Medizin im Februar/März 1943 vom Wiener Antiquariat „Karl Stark“ angekauft.

Restitution durchgeführt im Mai 2014.

Auszug aus dem Restitutionsdossier -->PDF

Lexikon der Provenienzforschung (LÖPF): https://www.lexikon-provenienzforschung.org/suschitzky--anzengruber-verlag-wien-leipzig-buchhandlung-antiquariat-leihbibliothek